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01Dez

Die positive Macht des Verbrauchers

Damit hat der Energiekonzern E.ON heute für eine wahre Überraschung gesorgt. E.ON will sich ab sofort nur noch um erneuerbare und saubere Energien konzentrieren und die „alten“ Energien wie Atom, Kohle und Gas auslagern. Nach Aussagen der Geschäftsführung hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich aktuell und zukünftig nur mit erneuerbaren Energien gutes Geld verdienen lässt, vom Image für das Unternehmen mal ganz zu schweigen. Aber nicht nur die Präferenzen bei der Energiegewinnung hätten sich beim Verbraucher geändert. Auch würde sich der Verbraucher immer weniger als passiver Energieabnehmer und immer mehr als aktiver Energieerzeuger verstehen. Neue Entwicklungen im Speicherbereich würden diese Entwicklung einer dezentralen Energiegewinnung weiter stützen und vorantreiben.

Für mich ist diese Nachricht vor allem ein Sieg des Verbrauchers. Gegen die Widerstände der großen Energiekonzerne die mithilfe von unermüdlicher Lobbyarbeit, Drohungen vor Blackouts und steigenden Energiekosten, sowie Klagen gegen Landes- und Bundesregierungen versucht haben, den Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg hinzubekommen, und gegen die Widerstände der Großen Koalition, die entweder die Energiewende nicht kann oder nicht will, hat es der Verbraucher geschafft E.ON nun zu diesem Schritt zu bewegen. Jeder einzelne von uns, der in den letzten Jahren seinen Anbieter hin zu einem „sauberen“ Anbieter verlassen hat, hat mitgeholfen diesen „Erkenntnisgewinn“ bei der E.ON Geschäftsleitung zu bewirken. Dazu gleichzeitig ein herzliches Dankeschön und einen herzlichen Glückwunsch!

Jetzt dürfen wir alle aber nicht so naiv sein, hier plötzlich die Geburt eines grünen Energieriesen miterlebt zu haben. Vielmehr ist zu befürchten, dass sich E.ON nicht nur vom schlechten Image befreien möchte, sondern auch von den Verbindlichkeiten, die gerade der Rückbau der Atomkraftwerke und die Endlagerung des Atommülls noch mit sich bringen werden. E.ON dementiert in ersten Stellungnahmen, sich mit dieser Neuausrichtung aus der finanziellen Verantwortung stehlen zu wollen.

So oder so zeigt das Beispiel aber, dass jeder von uns einen Beitrag leisten kann, sei es bei der Energiewende oder auch durch Kauf von ökologisch erzeugten Lebensmitteln bei der Ernährungswende. Daher lasst uns nicht auf diesen Erfolg ausruhen, sondern sofort weitermachen.

 

22Okt

Ausflug ins Energiedorf

Es gibt Orte, die haben die Energiewende schon umgesetzt. Einen solchen besuchte die Fraktion der Friedberger Grünen.

Sie unternahm kürzlich zusammen mit Partnern und Kindern eine Reise zum Energiesparort Wildpoldsried im Allgäu und hat sich dort weitere Anregungen zur Energiewende geholt.

Nach nur drei Jahren Planung hat die Gemeinde von der Größe Dorheims 2001 fraktionsübergreifend ein Klimaschutz-Leitbild erarbeitet.

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(c) Bündnis 90/ Die Grünen

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06Okt

Das Grüne Frühstück mit dem Fairen Wirtschaften

Das Grüne September-Frühstück hatte das Thema „Faires Wirtschaften“ und bildete damit eine schöne Fortsetzung des artverwandten Themas, welches wir zwei Monate zuvor diskutierten. Damals hatten wir die lieben Leute vom Friedberger Umsonstladen zu Besuch und sprachen über die lokalen Aspekte des solidarischen Handelns. Diesmal wollten wir die Thematik gesamtgesellschaftlich angehen.

Als Diskussionsstarter nahmen wir ein Interview mit Lex Janssen [1], in dem dieser an die Menschen appelliert, ihre Abhängigkeit vom Geld zu verringern. Dies fordert er, weil er der Meinung ist, dass es Vollbeschäftigung künftig nicht geben wird und die Menschen ihre Grundbedürfnisse aufgrund der dann geringeren monetären Ressourcen möglichst unabhängig vom Markt befriedigen sollten. Gesunde Lebensmittel, bezahlbarer Wohnraum und lokale Mobilität sollen von Unternehmen mit einem nachhaltigen Modell (beispielsweise Genossenschaften) genutzt werden. Er plädiert für eine weitgehende Selbstversorgung und, wo diese nicht möglich ist, in die Investition in Gebrauchsgüter (beispielsweise Bürgerenergieanlagen). Janssen kritisiert die Sprachherrschaft der Ökonomen, für die „Befriedigung der Grundbedürfnisse keinen Wert hat und lokale Selbstversorgung nicht existiert“.

Über dieses und ein Interview mit Niko Paech [2] diskutierten wir sehr angeregt. Dessen Idee einer 20-Stunden-Woche für alle unter gleichzeitiger Ausbreitung von Urban-Gardening, Repair-Cafés und anderen geldlosen Angeboten und Tauschmodellen konnten wir folgen. Jedoch ist klar, dass eine derartige Reduzierung der Arbeitszeit erst einmal für Gutverdiener möglich ist und nicht jede/jeder handwerkliche Fertigkeiten als Ausgleich in die Waagschale werfen kann. Weniger Konsum und der Abbau von bestimmten Subventionen leuchtete uns ein, jedoch blieb fraglich, was genau Paech mit der Senkung von Gesundheits- und Bildungsausgaben meint.

Ein schönes Beispiel von Unternehmerseite, wie verantwortungsvolles, regionales und faires Wirtschaften aussehen kann ist Sina Trinkwalder [3]. Für das von ihr gegründete Textilunternehmen „Manomama“ hat sie sich auf die Fahne geschrieben, auf gute und gesunde Jobs im eigenen Haus und bei den Lieferanten zu achten. Im Bericht wird erklärt, dass die Preise ihrer Artikel die Materialkosten und den Arbeitsaufwand wiederspiegeln – ohne den Verdienst von Lieferanten oder Angestellten unangemessen herunterzuhandeln oder ihn durch Reklame zu erhöhen. Zudem macht sie ihre Kalkulationen transparent.

So diskutierten wir knapp zwei Stunden über Wirtschaftswachstum, Gemeinwohl-Ökonomie, Lebensqualität und alternative Banken. Was ist nun „Faires Wirtschaften“? Ich denke, Struktur und Geschäftsmodell sind entscheidend.
Geiz ist geil, Konsumfrömmigkeit, Ausbeutung – jemand bezahlt dafür. Ist es nicht die Konsumentin, dann ist es der Lieferant/Hersteller oder die Umwelt. Die Entscheidung darüber, welches Modell bevorzugt wird, schaffen die politischen Rahmenbedingungen, die Unternehmen selbst und die Verbraucherinnen. Das Entscheidende ist: Gemeinwohl lebt vom Mitmachen! Jeder trägt einen Teil der Verantwortung.

Wir planen noch ein weiteres Grünes Frühstück, um die Thematik mit dem Buch von Gerhard Schick „Machtwirtschaft Nein Danke“ und der Broschüre der Böll-Stiftung „Die Ökonomien des Gemeinsamen“ fortzusetzen.

 

Das Grüne Frühstück ist ein offenes Forum für alle, die an Grüner Politik interessiert sind. Es findet jeweils am 4. Sonntag im Monat ab 11 Uhr im Café Dolce Vita in Friedberg statt und hat wechselnde Schwerpunktthemen.

 

[1] Interview in der taz, „Diesen Unsinn müssen wir abstellen“: Der Politikwissenschaftler Lex Janssen ist Vorstandsvorsitzender der E.F. Schumacher-Gesellschaft für Politische Ökologie e.V. mit Sitz in München.

[2] Interview in der taz vom 30./31. August 2014, „Ich bin kein Partykiller“: Niko Paech ist Professor für Produktion und Umwelt in Oldenburg und gehört zu den bekanntesten Wachstumskritikern Deutschlands.

[3] Bericht in der taz vom 5./6. Juli 2014, „Schreck der Wirtschaftsbosse“: Sina Trinkwalder gründete 2010 die Augsburger Textilfirma „Manomama“. Sie schließt sozialverträgliche Arbeitsverträge ab und bezieht sämtliche Stoffe und Farben in Bioqualität aus Deutschland.

 

22Sep

Gabriel verpasst Chance auf mehr Bürgerbeteiligung

Auf einem nicht-öffentlichen Parteikonvent hat die SPD am vergangenen Wochenende beschlossen, die Verhandlungen um das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA fortzusetzen. Parteichef Gabriel freut sich, dass er die Genossen hinter seinen Plan bringen konnte. Naja, bis auf Gabriel selbst haben nach dieser Entscheidung nicht viele Menschen einen Grund zur Freude,

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24Aug

Das Grüne Frühstück mit Martin Welti

Heute war der Reichelsheimer Bürgermeisterkandidat Martin Welti beim Grünen Frühstück zu Besuch. Martin lebt seit 2006 in Reichelsheim und hat den dortigen Grünen Ortsverband im Jahr 2010 mit wiederbelebt. Seit 2011 ist er Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion im Stadtparlament.

Martin Welti vor Reichelsheim; (C) Axel Gesinn

(C) Axel Gesinn

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