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03Mai

Das Grüne Frühstück mit Jennifer Bartelt

Das Grüne Frühstück im April stand ganz im Zeichen Europas: unser Gast war Jennifer Bartelt, die Spitzenkandidatin der Hessischen Grünen für Europa.

Grünes Frühstück mit Jennifer Bartels (3. v. l.); (c) Bündnis 90 / Die Grünen

Grünes Frühstück mit Jennifer Bartels (3. v. l.); (c) Bündnis 90 / Die Grünen

Jennifer Bartelt ist auf Platz 13 der Europaliste und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft „Frieden, Europa und Internationale Politik“. Ihre Schwerpunktthemen sind Solidarisches Europa, Menschenrechte und Flüchtlingspolitik.

Jennifer hat während ihres Studiums der Rechtswissenschaften bereits in Barcelona und Madrid gearbeitet und lebt nun in Frankfurt – ein Europäischer Lebenslauf schlechthin. Jetzt möchte sie von Hessen nach Brüssel und von dort aus Europa noch GRÜNER zu machen. Zurzeit arbeitet sie bei der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter.

Eröffnet haben wir das Grüne Frühstück mit einem Quiz: „Seit wann liefert Eurelios, das erste europäische Solarkraftwerk, Strom?“, „Seit wann ist das Cassis-de-Dijon-Prinzip in Kraft?“, „Seit wann sind in Frankreich nicht kompostierbare Plastiksäcke verboten?“.  Nachdem wir uns so aufgefrischt hatten, konnte es losgehen.

Solidarisches Europa
„Europas Zukunft liegt in der Solidarität“, so startete Jennifer. Die Vielfalt Europas und die unterschiedlichen Ebenen sind mitunter sehr aufwändig. Diese Anstrengungen sind jedoch wesentlich geringer als das, was droht, wenn sich die nationalen Egoismen durchsetzen. Europa hat ein großes Potenzial in gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht, wenn es sich nicht verschanzt – weder innerhalb, noch an seinen Grenzen. Solidarität bedeutet auch eine Handelspolitik, die ihre Folgen auf den Menschen ausrichtet und eine Zusammenarbeit, die auf Entwicklung und nicht auf kurzfristigen Profit ausgerichtet ist. Dies betrifft nicht nur den finanziellen, sondern auch den landwirtschaftlichen Sektor. Der Zusammenhang  zwischen Subventionen und Klimapolitik ist immens und so ist es eine bittere Wahrheit, dass finanzielle Mittel aus EU-Töpfen Menschen in Entwicklungsländern die Lebensgrundlage entziehen (Thema Fischfang vor den Küsten Afrikas).

Menschenrechte & Flüchtlingspolitik
Jennifer hat bereits mehrere Abschiebehafteinrichtungen persönlich gesehen. Aus ihren Eindrücken daraus fordert sie die Aussetzung der Dublin-Verordnungen und eine menschliche Flüchtlingspolitik. Einerseits sind die Zustände in einigen europäischen Flüchtlingslagern skandalös und einige mussten bereits geschlossen werden. Andererseits  gibt es auch Profiteure dieser Bedingungen: wenn Menschen sich als Tagelöhner durchschlagen müssen und in die Kriminalität gedrängt werden – dann nämlich ist dies die billigste Variante, an Arbeitskräfte zu kommen. Ein Zynismus, aus der Fluchtsituation der Menschen noch zusätzlich Profit zu schlagen.
Jennifer Bartelt fordert, dass die Standards der Einrichtungen angeglichen werden. Zudem braucht es eine faire Verteilung der Flüchtlinge und eine Entschädigung für die Länder, die sich um die Flüchtlinge kümmern. „Wir brauchen eine Menschenrechtsstrategie. Außerdem müssen die Folgen für die Menschenrechtslage bei Entscheidungen der EU Priorität haben.“ Hier schließt sich der Kreis zur Wirtschafts- und Agrarpolitik der EU, denn die Subventionen greifen ganz klar und oft negativ in die Strukturen vieler Entwicklungsländer ein.

Wir sprachen auch darüber, wie die Antragstellung auf Asyl in Herkunftsländern verändert werden kann, damit sich die Menschen gar nicht auf eine lebensgefährliche Flucht begeben müssen und nicht in die Hände von Schleuserbanden laufen. Denn ganz klar ist, dass sich niemand auf einen lebensbedrohlichen Weg über das Mittelmeer begibt, wenn es noch die geringste Chance auf ein würdiges Dasein in der Heimat gäbe. „Wir müssen die Ursachen von Armut, Krieg und Vertreibung bekämpfen – nicht die Menschen“.

Auf die Frage, was ihr wichtigstes Ziel in Brüssel ist, sagte Jennifer „Ganz klar müssen Menschenrechte wieder die erste Priorität bei Entscheidungen sein und es ist endlich Zeit für eine menschliche Flüchtlingspolitik in Europa – und das heißt natürlich: auch an Europas Grenzen“.

Jennifer, wir haben uns sehr über Deinen Besuch gefreut  – Du hast unser Frühstück persönlich und fachlich sehr bereichert. Wir drücken alle uns zur Verfügung stehenden Daumen für ein schönes, GRÜNES Ergebnis am 25. Mai 2014.
Change Europe. Vote Green.

Weitere Infos unter www.jennifer-bartelt.de

 

Das Grüne Frühstück findet jeweils am 4. Sonntag im Monat ab 11 Uhr im Café Dolce Vita in der Bismarckstaße 29 in Friedberg statt. Es ist ein offenes Forum für alle, die an Grüner Politik interessiert sind und hat wechselnde Schwerpunktthemen.

Die richtigen Antworten zum Quiz sind übrigens 1981, 1979 und 2010.

Verfasst am 03.05.2014 um 16:00 Uhr von mit den Stichworten , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , .
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