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Kultur
06Okt

Das Grüne Frühstück mit dem Fairen Wirtschaften

Das Grüne September-Frühstück hatte das Thema „Faires Wirtschaften“ und bildete damit eine schöne Fortsetzung des artverwandten Themas, welches wir zwei Monate zuvor diskutierten. Damals hatten wir die lieben Leute vom Friedberger Umsonstladen zu Besuch und sprachen über die lokalen Aspekte des solidarischen Handelns. Diesmal wollten wir die Thematik gesamtgesellschaftlich angehen.

Als Diskussionsstarter nahmen wir ein Interview mit Lex Janssen [1], in dem dieser an die Menschen appelliert, ihre Abhängigkeit vom Geld zu verringern. Dies fordert er, weil er der Meinung ist, dass es Vollbeschäftigung künftig nicht geben wird und die Menschen ihre Grundbedürfnisse aufgrund der dann geringeren monetären Ressourcen möglichst unabhängig vom Markt befriedigen sollten. Gesunde Lebensmittel, bezahlbarer Wohnraum und lokale Mobilität sollen von Unternehmen mit einem nachhaltigen Modell (beispielsweise Genossenschaften) genutzt werden. Er plädiert für eine weitgehende Selbstversorgung und, wo diese nicht möglich ist, in die Investition in Gebrauchsgüter (beispielsweise Bürgerenergieanlagen). Janssen kritisiert die Sprachherrschaft der Ökonomen, für die „Befriedigung der Grundbedürfnisse keinen Wert hat und lokale Selbstversorgung nicht existiert“.

Über dieses und ein Interview mit Niko Paech [2] diskutierten wir sehr angeregt. Dessen Idee einer 20-Stunden-Woche für alle unter gleichzeitiger Ausbreitung von Urban-Gardening, Repair-Cafés und anderen geldlosen Angeboten und Tauschmodellen konnten wir folgen. Jedoch ist klar, dass eine derartige Reduzierung der Arbeitszeit erst einmal für Gutverdiener möglich ist und nicht jede/jeder handwerkliche Fertigkeiten als Ausgleich in die Waagschale werfen kann. Weniger Konsum und der Abbau von bestimmten Subventionen leuchtete uns ein, jedoch blieb fraglich, was genau Paech mit der Senkung von Gesundheits- und Bildungsausgaben meint.

Ein schönes Beispiel von Unternehmerseite, wie verantwortungsvolles, regionales und faires Wirtschaften aussehen kann ist Sina Trinkwalder [3]. Für das von ihr gegründete Textilunternehmen „Manomama“ hat sie sich auf die Fahne geschrieben, auf gute und gesunde Jobs im eigenen Haus und bei den Lieferanten zu achten. Im Bericht wird erklärt, dass die Preise ihrer Artikel die Materialkosten und den Arbeitsaufwand wiederspiegeln – ohne den Verdienst von Lieferanten oder Angestellten unangemessen herunterzuhandeln oder ihn durch Reklame zu erhöhen. Zudem macht sie ihre Kalkulationen transparent.

So diskutierten wir knapp zwei Stunden über Wirtschaftswachstum, Gemeinwohl-Ökonomie, Lebensqualität und alternative Banken. Was ist nun „Faires Wirtschaften“? Ich denke, Struktur und Geschäftsmodell sind entscheidend.
Geiz ist geil, Konsumfrömmigkeit, Ausbeutung – jemand bezahlt dafür. Ist es nicht die Konsumentin, dann ist es der Lieferant/Hersteller oder die Umwelt. Die Entscheidung darüber, welches Modell bevorzugt wird, schaffen die politischen Rahmenbedingungen, die Unternehmen selbst und die Verbraucherinnen. Das Entscheidende ist: Gemeinwohl lebt vom Mitmachen! Jeder trägt einen Teil der Verantwortung.

Wir planen noch ein weiteres Grünes Frühstück, um die Thematik mit dem Buch von Gerhard Schick „Machtwirtschaft Nein Danke“ und der Broschüre der Böll-Stiftung „Die Ökonomien des Gemeinsamen“ fortzusetzen.

 

Das Grüne Frühstück ist ein offenes Forum für alle, die an Grüner Politik interessiert sind. Es findet jeweils am 4. Sonntag im Monat ab 11 Uhr im Café Dolce Vita in Friedberg statt und hat wechselnde Schwerpunktthemen.

 

[1] Interview in der taz, „Diesen Unsinn müssen wir abstellen“: Der Politikwissenschaftler Lex Janssen ist Vorstandsvorsitzender der E.F. Schumacher-Gesellschaft für Politische Ökologie e.V. mit Sitz in München.

[2] Interview in der taz vom 30./31. August 2014, „Ich bin kein Partykiller“: Niko Paech ist Professor für Produktion und Umwelt in Oldenburg und gehört zu den bekanntesten Wachstumskritikern Deutschlands.

[3] Bericht in der taz vom 5./6. Juli 2014, „Schreck der Wirtschaftsbosse“: Sina Trinkwalder gründete 2010 die Augsburger Textilfirma „Manomama“. Sie schließt sozialverträgliche Arbeitsverträge ab und bezieht sämtliche Stoffe und Farben in Bioqualität aus Deutschland.

 

24Mrz

Das Grüne Frühstück im März: „Studentisches Leben in Friedberg“

Wir haben sie gefunden: die Studierenden der THM in Friedberg! Und wir haben gleich mal Kontakt mit ihnen aufgenommen und den AStA zum Grünen Frühstück eingeladen.

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22Dez

Es lebe die Vielfalt

Flügelkämpfe sind out! Geschlechterkämpfe auch!

Was gewiss nicht heißt, dass es beim Thema Geschlechtergerechtigkeit nichts mehr zu tun gäbe. Allerdings möchte ich die Perspektive des Themas erweitern und sagen: was wir brauchen, ist Gleichstellungsgerechtigkeit!

(c) Bündnis 90 / Die Grünen

(c) Bündnis 90 / Die Grünen

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02Jul

Mehr Agrar-Kultur!

Mehr Agrar-Kultur! Friedberger Grüne diskutieren über Agrarwende und Verbraucherschutz.

Nach der hervorragenden Kulturwoche, die wir eine Woche zuvor im Theater Altes Hallenbad in Friedberg genießen durften, gingen wir im Rahmen unseres Grünen Frühstücks der Frage nach, wie es in unserer Gesellschaft um andere Arten von Kultur steht.
Halten wir es tatsächlich für Esskultur, standartmäßig Antibiotika in unseren Lebensmittel mitgeliefert zu bekommen? Halten wir es für Wohnkultur, wenn wir einem Huhn gerade mal die Fläche eines DIN-A 4-Blattes zum Leben zugestehen?

(C) Bündnis 90/ Die GRÜNEN

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30Apr

Schwimmbäder zu Kleinkunst! Der Grüne Frühstückstisch im April.

Der Grüne Frühstückstisch im April stand ganz im Zeichen der Kultur: der Grüne Ortsverband Friedberg hatte die Freunde des Theater Altes Hallenbad zu Besuch. In Person waren das der Geschäftsführer der gemeinnützen GmbH Marc Rohde und der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins Uli Lang.


Diese hatten allerlei über die bewegende Vergangenheit des Jugendstilbades zu berichten: vom Bau des Hallenbades 1909, initiiert und finanziert von Friedberger Bürgerinnen und Bürgern, von der Stilllegung des Bades 1980 und von der Gründung des Fördervereins 2007.

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